Samstag 15. November 2014 -  TMA - Die Begleitband



noce noseda, pablo bursztyn: "die begleitband" (el acompañamiento)

Bild: Dieter Langhart

Tuco und Sebastian sind seit jeher gute Freunde. Tuco arbeitet in einer grossen Fabrik als Giesser. Sebastian besitzt einen kleinen Kiosk in einem bescheidenen Viertel der Grossstadt.

Eines Tages entscheidet Tuco, nicht mehr zur Arbeit zu gehen. Stattdessen will er singen! Bruno, ein Kollege, hat Tuco davon überzeugt, seine damals abge-brochene Musikerkarriere wieder aufzunehmen. Bruno wird ihm zur Unterstützung gute Musiker schicken. Tuco verbarrikadiert im Keller und lässt niemanden zu sich. Er probt, wartet auf die Begleitband, und bereitet sich auf seinen zukünftigen Erfolg vor. Alle Bemühungen seiner Familie, ihn zur Vernunft zu bringen, sind zwecklos. Non soll Tucos Freund Sebastian helfen…

Begleitband Flyer

«El acompañamiento» ist eine Hymne an die Freiheit. Ein Stück à la Beckett, das die Menschlichkeit ins Zentrum stellt. El acompañamiento von Carlos Gorostiza wurde das erste Mal während des Theaterfestivals Teatro Abierto, 1982 in Buenos Aires gespielt. Teatro Abierto war viel mehr als ein Theaterfestival: Es war ein Aufstand der von 1982 bis 1986 dauerte. Kein politische Aufruhr, sondern ein theatraler Freiheitskampf gegen die Diktatur.Pablo Ariel Bursztyn hat das Festival 1983 als junger Schauspieler miterlebt. Rund dreissig Jahre später inszeniert er zusammen mit Andrea Noce Noseda dieses Stück in Hommage an den mutigen Widerstand des «Teatro Abierto».

«Sie führen Regie und spielen – und wie sie spielen! Pablo Bursztyn gibt den Giesser Tuco ruppig und doch äusserst verletzlich; schwer wie ein Bär mit weicher Elvis-Hüfte; rasch das Messer zückend und seinen Freund gleich wieder umarmend. Und wenn der Bariton singt und seinen Auftritt probt, glaubt man ihm, dass er es schaffen wird. Denn verrückt sind die andern, und Seba ist ein Pessimist, wenn er behauptet, die Begleitband werde gar nicht auftauchen. Noce Noseda spielt den Seba erst verhalten und ängstlich, doch dann kommt Leben in ihn, wie er merkt, dass seine eigenen Träume nicht vertrocknet sind, dass er bisher nur Ausreden hatte vor einem besseren Leben.»

Thurgauer Zeitung, 19. November 2013



Regie und Spiel: Pablo Ariel Bursztyn und Andrea Noce Noseda
Bühnenbild: Peter Affentranger
www.memoria-attiva.ch