13. Dezember, 2013 - ALOIS RIKLIN - Von der Ringparabel zum Projekt Weltethos


Vortrag von Prof. Dr.iur. Alois Riklin
Mit Simon Engeli, Sprecher

Das friedliche Neben- und Miteinander von Judentum, Christentum und Islam ist die Vision Lessings im Drama »Nathan der Weise« (1779). Der Schweizer Theologe Hans Küng lancierte 1990 das »Projekt Weltethos«, welches über Lessings Ringparabel hinausgeht: Es öffnet sich zu allen Weltreligionen und zu nicht religiös begründeten Friedenskonzepten. Gefordert wird ein globaler Basiskonsens gemeinsamer ethischer Werte, Massstäbe und Haltungen. Diese ethischen Standards finden sich sowohl in den Urtexten der Religionen als auch in nichtreligiösen philosophischen Traditionen.

In seinem engagierten Vortrag bringt Alois Riklin die Ideen von G. E. Lessing und das »Projekt Weltethos« seines langjährigen Freundes Küng miteinander in Verbindung und zeigt eindrucksvoll, wie aktuell Lessings Toleranzidee in unserer Zeit ist. Der Schauspieler Simon Engeli assistiert Alois Riklin als Rezitator ausgesuchter Texte Lessings, Bocaccios, Goethes, Küngs, der Bibel u.a.


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Prof. Dr.iur Alois Riklin

Geboren 1935 in St.Gallen, Studium der Rechts- und Politikwissenschaft in Freiburg i.Ue., Berlin, Köln, Paris und Michigan, Doktorat und Habilitation an der Universität Freiburg i.Ue., 1970-2001 Professor für Politikwissenschaft an der Universität St.Gallen, Gründer und Leiter des Instituts für Politikwissenschaft, 1982-1986 Rektor der Universität St.Gallen, Fellow des Wissenschaftskollegs in Budapest 1998/99 und 2006, Schweizer Delegierter für die Andrássy Universität in Budapest 2001-2009. Zahlreiche Publikationen. 2006 erschien sein Standardwerk „Machtteilung — Geschichte der Mischverfassung“ (Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt). 2010 gab er zusammen mit Hans Küng und Karl- Josef Kuschel das Buch „Die Ringparabel und das Projekt Weltethos“ heraus (Wallstein Verlag, Göttingen).